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Atomlabor Blog | Dein Lifestyle Blog: Peripheral | Ein sozialkritischer Kurzfilm durch den Sucher einer Hasselblad gefilmt

Peripheral | Ein sozialkritischer Kurzfilm durch den Sucher einer Hasselblad gefilmt

Wieder mal ein außergewöhnlicher Kurzfilm von einem Freelancer.

Der Filmemacher und Kameramann Casey Cavanaugh hat sich seine Hasselblad 500C/M geschnappt und einen Film mit Blick durch das Grundglassucher erzählt. Dafür hat er sich extra eine Halterung über der Hasselblad gebaut, um immer die gleiche Perspektive zu haben. Das Ergebnis ist ein „angenehmer“ Kurzfilm, der etwas ungewöhnlich erscheint und ein Thema aufgriff, welches u.a. gerade im Urlaub ach so präsent ist.

A short story about how constantly looking to make that next great photograph can cause you to loose touch with whats around you. Shot on the Sony a7s through the Hasselblad 500c/m with the Voigtlander 21mm f/4 Color Skopar and the Fotodiox DX Stretch close focus adapter


Die Geschichte greift also die Idee auf, dass der Wunsch, alles in deinem Leben zu dokumentieren, dich dazu bringt, das wirklich Wichtige zu verpassen.

So gesehen kann man den Film als Sozialkritik unserer modernen Welt voller Instagram und Co. betrachten. Nicht übel. Zumal man das Dilemma kennt, soll ich die Kamera ablegen oder halte ich drauf und verpasse das große Ganze.



gxace.com

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Atomlabor Blog | Dein Lifestyle Blog: ZOE | Ein feiner Kurzfilm über das Trolley-Problem, den man gesehen haben sollte | Asimov lässt grüßen

ZOE, der Science-fiction-Kurzfilm, geschrieben von Leif Brönnle umgesetzt von Ratatøsk Productions.

ZOE, der Science-fiction-Kurzfilm, geschrieben von Leif Brönnle umgesetzt von Ratatøsk Productions. 

Du kennst mich, ich mag Kurzfilme, gerne Independent-Produktionen, denn diese sind häufig offener, kreativer also nicht befangen. So freute ich mich umso mehr, als mich Leif und Fabian, zwei junge Filmemacher aus der Münchner Umgebung anschrieben und mir ihren Film „ZOE“ ans Herz legten. Die Beiden 23 jährigen haben die letzten zwei Jahre in ihrer Freizeit einen Kurzfilm mit einer Sci-Fi angehauchten Story im Stile von Isaac Asimov und Philip K.Dick gedreht, der sich sehen lassen kann. Eine Realfilm mit passenden Kulissen, guten Darstellern und einem ernsten Thema, welches spannend umgesetzt wurde.



ZOE spielt bewusst in einer Zeit, die noch im letzten Jahrtausend verortet zu sein scheint, doch das Thema ist hochaktuell.


Leif Brönnle und Fabian Wildgrube haben in der Vergangenheit schon interessante Projekte umgesetzt und ihre Erfahrungen gesammelt. Diese Erfahrungen flossen in das aktuell veröffentlichte Projekt ein und begeistern. 



In der Story geht es um eine junge Frau, die in einem abgeriegelten Betonraum aufwacht. Keine Erinnerungen, keine Identität, mit nur mit einer Zahl, anstatt eines Namens angesprochen wird. Über einen Lautsprecher wird sie von dem konzessionslosen Wissenschaftler Dr. Georg Lem und seinem Assistenten Jakob Fischer durch eine Reihe von Tests geführt, welche sie stehts nach dem gleichen Schema ausführen soll. Die Frau muss in einem vorgegebenen Zeitraum einen roten Button drücken. Was zunächst simpel klingt, entwickelt sich im Laufe der Testreihe zu einer regelrechten psychischen Tortur… Hier mache ich jetzt mal einen Cut, denn du kannst es dir ja schließlich anschauen. 


Der Film hat eine Länge von knapp 17 Minuten und auch der Abspann enthält noch ein paar schräge Elemente. 


Film ab:

Da ja heute Halloween ist und morgen der Feiertag, findest du sicher die Auszeit um dir den Film zu geben. Es lohnt sich, alleine schon wegen des wichtigen Gedankenexperiments, welches auch aktuelle in der autonomen Elektromobilität eine große Rolle spielt. Mir hat der Film auf jeden Fall sehr gut gefallen. 

Jetzt dürfen wir lachen:

Natürlich entstehen bei einem Filmprojekt auch immer Outtakes, also Szenen welche nicht im Film landen. Oft sind es Versprecher, irgendwelche Bildfehler oder andere lustige Ereignisse am Set. Die Beiden haben dafür gesorgt, dass auch dies als Video festgehalten wurde. Schauen wir es uns auch noch an. Die drei Minuten füllen dann 20 Minuten Film auf. Nice one. Hier kannst du die Outtakes angucken.

Wissenswertes:

Die Grundidee des Films basiert dabei auf einer Variante des bekannten „Weichensteller Dilemmas“ bzw. Trolley-Problem, wobei im Film bewusst versucht wird sich der Frage anzunähern, was eigentlich das „Mensch-sein“ ausmacht. Das Trolley-Problem an dem Weichenstellfall erklärt:

Eine Straßenbahn ist außer Kontrolle geraten und droht, mehrere Personen zu überrollen. Durch das Umstellen einer Weiche kann die Straßenbahn auf ein anderes Gleis umgeleitet werden. Unglücklicherweise befindet sich dort eine Person. 


Darf (durch Umlegen der Weiche) der Tod einer Person in Kauf genommen werden, um das Leben von mehreren Personen zu retten? In beiden Optionen des klassischen Trolley-Probleme verursacht der Weichensteller also den Tod von Menschen. Entweder durch Unterlassen, wenn er nichts tut oder durch aktives Tun, wenn er die Weiche umlegt.

Juristisch gibt es da eklatante Unterschiede, doch wie sieht es ethisch aus? Denn auf jeden Fall wird ein Mensch sterben. 

Die Filmemacher haben nun noch den weiteren Aspekt der Asimov’schen Gesetze eingebracht, welches dem Gedankenspiel noch mehr Würze verleiht. In Anbetracht der aktuellen Umsetzung der Autonomie von Maschinen, ist der Film daher mehr als passen und darf gerne zum Nachdenken anregen. Unterhaltsam ist er ja so oder so.  

Hier noch mal die Robotergesetze von Asimov:

  1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen (wissentlich) verletzen oder durch Untätigkeit (wissentlich) zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.
  2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.
  3. Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.

Zur Umsetzung des Films:

Wer jetzt noch das Filmtagebuch lesen mag, der schaut sich auf der Webseite der Filmemacher um (der Link ist untern), denn dort erhält man einen guten Einblick wie aufwändig so ein Kurzfilm sein kann. 


Drehbuch & Regie: Leif Brönnle
Kamera & Schnitt: Fabian Wildgrube
VFX: Tobias Voglhuber
Musik: Marc Förste
Mit:
Anfisa Hill, Philip Birnstiel, Helmut Schorlemmer
Grischa Olbrich, Lisa Bales, Felix Mayer, Raffaela Rocholz, Stefan Brönnle, Helge Kleinz, Anita Herz, Annemarie Detterbeck, Eberhard Wildgrube, Manuel Brönnle, Wolfgang Duda, Herbert Kiefinger, Lutz Bacher, Niko Laskaris, Alisha Krähenbühl, Johann Kott, Wolfgang Preußger
Crew:
Kamera – Fabian Wildgrube
AC – Christoph Karstens
AC – Moritz v. Ribbeck
2. AC – Valentin Dittlmann
Standfotograf – Johann Kott

OB – Tobias Voglhuber
Licht – Thomas Greimel, Florian Sixl, Lutz Bacher, Korbinian Strasser
Set-Ton – Tim Förste
Set -AL – Maximilian Selmaier
Continuity – Anfisa Hill, Falk Brönnle
Klappe – Bettina Grojer
Maske – Franziska Brenninger



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